Amerikanischer Pit Bull
Terrier
Offizielle U.K.C.
Zuchtstandard
revidiert 21. Oktober 2004
Hintergrund
Während des 19.
Jahrhunderts, begannen
Hundezüchter aus England,
Irland und
Schottland mit Kreuzungen
aus Bulldogs und Terrier zu
experimentieren. Sie
versuchten, die Tapferkeit
des Terriers sowie die Kraft
und Athletik des Bulldogs in
einem Hund zu vereinen. Das
Resultat war ein Hund,
welcher all die obigen
Qualitäten verkörperte,
welche grossen Krieger
zugeschrieben wurden: Kraft,
unbezähmbarer Mut und
Zartheit mit engen
Anvertrauten.
Einwanderer haben diese Bull
und Terrier Mischung in die
USA eingeführt. Die
verschiedenen Talente des
American Pit Bull Terrier
gingen an den dortigen
Bauern nicht unbemerkt
vorbei. Sie haben ihre APBTs
für den Schutz ihrer Farmen
eingesetzt, zum Fang
halbwilder Rinder und
Schweine, zur Jagd, als
Herdentreiber und
schliesslich als treue
Familiengefährten. Auch
Heute noch demonstriert der
American Pit Bull Terrier
seine Vielseitigkeiten, als
erfolgreicher Mitstreiter in
Gehorsam (Obedience),
Fährten, Agility,
Schutzdienst, und Gewichte
ziehen, sowie an
Zuchtausstellungen. Durch
sein gutes Nervenkostüm hat
sich dieser Hund auch als
Therapiehund und Suchhund
(Verschüttete) exzellent
bewährt.
Allgemeines Erscheinungsbild
Der American Pit Bull
Terrier ist ein
mittelgrosser, robust
gebauter Hund mit kurzem
Fell und glatter, gut
definierter Muskulatur.
Diese Rasse ist sowohl sehr
kraftvoll als auch
athletisch. Der Körper ist
ein wenig länger als hoch.
Generell können die Weibchen
etwas länger im Körper sein,
als die Rüden. Die Länge der
Vorderbeine (gemessen vom
Punkt des Ellbogens bis zum
Boden) entspricht ungefähr
der Hälfte seiner Höhe,
gemessen an den Hinterbeinen
(withers). Der Kopf ist von
mittlerer Länge, mit einem
breitem, flachen Schädel und
einer weiten, tiefen
Schnauze. Die Ohren sind
klein bis mittel, hoch
gesetzt und können natürlich
oder geschnitten sein. Die
relativ kurze Rute ist tief
angesetzt, dick am Ansatz
und spitzt sich zum Ende hin
zu. Der American Pit Bull
Terrier kommt in
verschiedenen Farben und
Mustern vor. Diese Rasse
verbindet Kraft und Athletik
mit Anmut und Behendigkeit,
und sollte nie klotzig oder
muskelbepackt oder fragil
gebaut erscheinen.
Charakter
Die wesentlichen
Charakteristiken des
American Pit Bull Terrier
sind Kraft, Selbstvertrauen,
und Lebensfreude. Diese
Rasse ist sehr bestrebt, zu
gefallen und strotzt von
Begeisterung. APBTs sind
exzellente Familiengefährten
und waren schon immer für
ihre Zuneigung zu Kindern
bekannt. Weil die meisten
APBTs eine gewisse Dominanz
anderen Artgenossen
gegenüber zeigen, und wegen
der kraftvollen Statur,
braucht der APBT einen
Besitzer, welcher seinen
Hund sorgfältig sozialisiert
und auf Gehorsam trainiert.
Die natürliche Behendigkeit
dieser Rasse macht sie zu
einem sehr fähigen
Kletterer, sodass eine gute
Einzäunung zwingend ist. Der
APBT ist nicht die beste
Wahl als Wachhund, da er
äusserst freundlich ist,
sogar zu Fremden.
Aggressives Benehmen
gegenüber Menschen ist sehr
atypisch für diese Rasse und
höchst unerwünscht. Diese
Rasse ist sehr erfolgreich
in Leistungsdisziplinen da
sie sehr intelligent ist und
eine grosse Bereitschaft zum
arbeiten hat.
Der Amerikanische Pit Bull
Terrier war schon immer zu
einer Vielzahl von Jobs
befähigt, daher sollten
Übertreibungen oder
Störungen im Verhältnis
dazu, wie sehr sie des
Hundes Vielseitigkeit
behindern, bestraft werden
Kopf
Der Kopf des APBT ist
einmalig und ein
Schlüsselelement der
Züchtung. Es ist gross und
breit, strahlt Kraft und
Stärke aus, ist jedoch nicht
unproportional zur
Körpergrösse. Von vorne
betrachtet ist der Kopf wie
ein breiter, stumpfer Keil
geformt. Von der Seite her
betrachtet verlaufen der
Schädel und die Schnauze
parallel zu einander und
sind durch einen gut
definierten, mässig tiefen
Stop verbunden. Das
Supraorbitale Gewölbe über
den Augen ist gut definiert
jedoch nicht ausgeprägt. Der
Kopf ist gut gemeisselt;
eine passende Mischung aus
Kraft, Eleganz, und
Charakter.
Schädel
Der Schädel ist gross, flach
oder leicht gerundet, tief,
und breit zwischen den
Ohren. Von oben betrachtet,
spitzt sich der Schädel
leicht zum Stop zu. Die
tiefe Mittellinie verringert
sich in Tiefe vom Stop zum
Hinterkopf. Die
Backenmuskeln sind
herausragend jedoch
Faltenlos. Wenn sich der
Hund konzentriert, bilden
sich Falten auf der Stirn,
welche dem APBT seinen
einzigartigen Ausdruck
verleihen.
Fang
Der Fang ist breit und tief
mit einer leichten
Zuspitzung vom Stop bis zur
Nase mit einem leichten
Abfallen unter den Augen.
Die Länge der Schnauze ist
kürzer als die des Schädels,
im Verhältnis von ungefähr
2:3. Die Oberlinie der
Schnauze ist gerade. Der
Unterkiefer ist gut
entwickelt, breit und tief.
Die Lippen sind sauber und
straff.
Fehler: Gesprungene
(zerrissene) Lefzen;
schwacher Unterkiefer.
Zähne
Der American Pit Bull
Terrier hat ein komplettes
Set gleichmässig verteilten,
weissen Zähnen, in einem
Scherenbiss.
Fehler: Ebener Biss.
Schwerer Fehler: Vorbiss
oder Rückbiss; schiefer
Mund; fehlende Zähne (dies
gilt nicht für Zähne welche
verloren oder vom Tierarzt
entfernt wurden).
Nase
Die Nase ist gross mit weit
offenen Nasenlöchern. Die
Nase kann jede Farbe haben.
Augen
Die Augen sind von mittlerer
Grösse, rund bis
Mandelförmig. Sie liegen
genug auseinander und
niedrig am Schädel. Alle
Farben sind gleichermassen
annehmbar ausser blau, was
ein ernsthafter Fehler ist.
Der weisse Augapfel sollte
nicht sichbar sein.
Schwerer Fehler: Wulstaugen
('Glubschaugen');
verschiednefarbige Augen;
blaue Augen.
Ohren
Die Ohren sind hoch
angesetzt, naturbelassen
oder kupiert (in der Schweiz
verboten). Bei unkupierten
Ohren sind halbstehende
Ohren, das sogenannte
Rosenohr erwünscht.
Stehorden oder flache,
breite Ohren sind nicht
erwünscht.
Hals
Der Hals ist von mittlerer
Länge und muskulös, im
Scheitelpunkt leicht
gebogen. Der Hals wird vom
Schädel zu den Schultern hin
allmählich breiter wo er
sich dann in die flachen
Schultern einbindet. Das
Fell ist straff.
Fehler: Hals ist zu kurz und
dick; zu dünn oder zu
schwach. Zu faltige Haut
(Überlappend). Doppelkinn.
Vorderhand
Die Schulterblätter sind
lang, breit, muskulös, und
gut nach hinten gelegen. Der
Oberarm ist ungefähr gleich
lang zum Schulterblatt und
verbindet es in einem
offenbaren rechten Winkel.
Die Vorderbeine sind kräftig
und muskulös. Die Ellbogen
liegen eng am Körper. Von
vorne gesehen, sind die
Vorderbeine mässig
voneinander entfernt und
senkrecht zum Boden. Die
Fesseln sind kurz, kräftig,
gerade und flexibel.
Seitlich betrachtet sind die
Fesseln fast aufrecht
Fehler: Aufrechte oder
überlastete Schultern;
Ellbogen sind nach aussen
gedreht oder nach innen
gebunden; krumme
Vorderbeine; Handgelenke
sind gebogen; Zehen nach
innen oder aussen.
(Gespreizte Zehen)
Körper
Die Brust ist tief, gut
gefüllt, und mässig breit
mit reichlich Platz für Herz
und Lungen. Jedoch sollte
die Brust nie breiter sein
als sie tief ist
(quadratisch). Der vordere
Teil der Brust dehnt sich
nicht über den Punkt der
Schultern hinaus.
Die Rippen erstrecken sich
weit nach hinten und sind
gut sichtbar von der
Wirbelsäule, flachen ab und
fügen sich im tiefen Körper
ein, der sich bis zu den
Ellbogen ausstreckt. Der
Rücken ist kräftig und
standhaft. Die obere Linie
flacht etwas nach unten zu
einem breiten, muskulösen,
geraden Rücken ab. Die Lende
ist kurz, muskulös und an
der Kruppe etwas gebogen,
aber schmaler als der
Brustkorb. Die Kruppe ist
leicht nach unten geneigt.
Hinterhand
Die Hinterhand ist stark,
muskulös und nicht
übermässig breit. Der
Hinterteil ist auf beiden
Seiten der Rute gut gefüllt
und abfallend vom Becken bis
zum Schritt. Die Knochen,
der Winkel und die
Muskulatur der Hinterhand
sind mit der Vorderhand im
Gleichgewicht. Die Schenkel
sind gut entwickelt mit
dicken, got sichtbaren
Muskeln. Von der Seite
gesehen sind das
Sprunggelenk und die
hinteren Fesseln gut geneigt
und rechtwinklig zum Boden.
Von Hinten gesehen, sind die
hinteren Fesseln gerade und
parallel zueinander.
Fehler: Eng anliegende
Hinterbeine; Hinterhand zu
flach vom Becken zum
Schritt; zu wenig Muskeln;
gerades oder zu
gewinkeltes/überwinkeltes
Sprunggelenk; schräges
Sitzen (Kuhhocke); krumme
Beine.
Pfoten
Die Pfoten sind rund,
proportionel zur Grösse des
Hundes, gut gewölbt, und
straff. Die Ballen sind
hart, zäh, und gut
gepolstert. Wolfsklauen
können entfernt werden.
Fehler: Gespreizte Pfote.
Rute
Die Rute ist als eine
natürliche Erweiterung der
Rückenlinie angesetzt, und
spitzt sich zu. Wenn der
Hund entspannt ist, wird die
Rute niedrig getragen und
erstreckt sich ungefähr bis
zum Sprunggelenk (die Rute
wird wie ein Pumpenschwengel
getragen). Wenn der Hund in
Bewegung ist, wird die Rute
eben mit der Rückenlinie
getragen. Wenn der Hund
erregt ist, kann die Rute in
gehobener aufrechter (herausfordender)
Position, jedoch nie gerollt
über dem Rücken getragen.
Fehler: Lange Rute (die
Rutenspitze geht über den
Punkt des Sprunggelenkes
hinaus).
Grober Fehler: Gerollte
Rute; geknickte Rute.
Disqualifikation: Kupierte
Rute
Haarkleid
Das Fell ist glänzend und
glatt, kurz, und bei der
Berührung mässig steif.
Fehler: gelockt, gewellt,
oder spärliches Fell
Disqualifikation: Langes
Fell.
Farbe
Jede Farbe, jedes
Farbmuster, oder die
Kombination von Farben ist
annehmbar, ausser merle
(helles graublau).
Disqualifikation: Merlefarbe
Grösse
und Gewicht
Der American Pit Bull
Terrier muss sowohl kräftig
als auch flink sein. So
spielt das eigentliche
Gewicht und Grösse eine
weniger wichtige Rolle.
Wesentlich ist die richtige
Proportion zwischen Gewicht
und Grösse. Wünschenswertes
Gewicht eines ausgewachsenen
Rüden in guter Verfassung
sollte zwischen 20 und 35 kg
sein. Ein wünschenswertes
Gewicht einer ausgewachsenen
Hündin in guter Verfassung
sollte zwischen 16 und 28 kg
sein. Hunde welche über
diesem Gewicht sind werden
nicht bestraft, ausser wenn
sie überproportional massiv
oder lang (gestreckter
Körper) sind.
Gangwerk
Der American Pit Bull
Terrier bewegt sich in
unbeschwerter,
selbstsicherer Haltung, und
gibt das Gefühl, dass er
jeden Moment etwas Neues und
Spannendes sehen wird. Beim
Traben ist der Gang ohne
Anstrengung, ruhig, kräftig
und gut aufeinander
abgestimmt. Er zeigt gute
Reichweite vorne und
kräftigen Trieb hinten. Beim
laufen bleibt die
Rückenlinie gerade mit nur
einem leichtem Biegen was
die Geschmeidigkeit
andeutet. Von jedem Winkel
betrachtet drehen sich die
Beine weder nach innen oder
aussen, noch kreuzen sich
die Pfoten.
Bei zunehmender
Geschwindigkeit laufen die
Pfoten zum Mittelpunkt des
Gleichgewichtes.
Fehler: Die Beine bewegen
sich nicht auf der gleichen
Ebene; die Beine sind zu
gestreckt; die Beine kreuzen
sich vorne oder hinten; die
Hinterbeine bewegen sich zu
nahe aneinander oder
berühren sich; rollen;
Durchschreiten; paddeln;
seitliches winden; Passgang;
stampfen.
Wichtig: Auch wenn ein hohes
Triebverhalten
charakteristisch für diese
Rasse ist, wird vom
Hundeführer erwartet, dass
er/sie die Richtlinien der
U.K.C., resp, der Richter
bezüglich des
Hundetemperaments an
offiziellen Wettbewerben
befolgt.
(Quelle: U.K.C.)
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